LSG Bottenhorn e.V.

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Beitragsseiten
Segelfliegen in der Slowakei
verregnete erste Tage
erste Flüge, doch immer noch Regenschauer
Regen, Regen und nochmals Regen
endlich das ersehnte Wetter zum Fliegen
ein weiterer toller Flugtag in der Slowakei
Fazit des Sommerurlaub in der Slowakei
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Tag der Anreise


Am Samstag, den 23 Juli, haben wir vormittags unsere sieben Sachen gepackt und nachmittags die Segelflieger (XY & KK) abgerüstet sowie sicher im Anhänger verstaut. Beim Abbauen des Duo Discus T haben wir zum ersten Mal die Auf- und Abrüsthilfe testen können. Es war sehr angenehm nicht die Last der Flächen von 90 kg zu tragen, sondern einfach nur balancierend zum Anhänger zu rollen. Anschließend haben wir noch einen gemütlichen Kaffee am prasselnden Kaminfeuer getrunken, um gegen 17 Uhr die ca. 1100 Kilometer lange Fahrt von Bottenhorn nach Prievidza in Angriff zu nehmen. Die Strategie in der Nacht zu fahren haben alle durchgezogen. Der Vorteil in der Nacht war sicherlich der geringe Verkehr und Stau frei durch zu kommen, aber es ist schon sehr ermüdend, so eine halbe Nacht nicht wirklich schlafen zu können.

Am frühen Morgen haben wir die Grenze zu Österreich überfahren und es ging gut voran, aber gegen zwei Uhr morgens hatte keiner von uns Lust noch weiter zu fahren, weil man einfach Hunde müde war. Deshalb entschieden wir uns ein kleines Nickerchen auf einem Rastplatz kurz vor Wien einzulegen und später haben wir erfahren, dass das Stefan genauso gemacht hat.

Gegen vier Uhr ging es weiter und leicht schlaftrunkend habe wir die Umgehungsautobahn von Wien verpasst, aber um fünf Uhr in der Früh war Wien noch voll am Schlafen und es war kein Problem. Kurz vor der slowakischen Grenze haben wir gegen sechs Uhr noch eine kleine Frühstückspause eingelegt und die notwendige Vignette beschafft. Es zog sich anschließend doch noch ein wenig und nach dem Verlassen der Autobahn lagen noch 70 km Bundesstraße vor uns, welche sich als etwas buckelig erwies. Kurz vor dem Ziel übermahnten mich doch tatsächlich noch ein paar Sekundenschläfchen und der nächste Parkplatz war für ein „Powerbubu“ reserviert. Gegen 9:30 Uhr erreichten wir am Sonntagmorgen den Flugplatz Prievidza und wurden von bereits angereisten Mitgliedern des LSV Ederbergland empfangen.

Nach einer kleinen Begrüßungsrunde haben wir im Flugplatzrestaurant ein zweites Frühstück eingelegt. Bei der Bestellung eines großen Kaffees, habe ich vermutlich einen sechsfachen Espresso bekommen und anschließend hatte ich das dringende Bedürfnis mich zu bewegen. Nach einer kleinen 5 km Runde um das Schloss Bojnice, welches man Flugplatz aus perfekt betrachten kann haben wir anschließend unser reservierte Holzhütte eingenommen. Die Holzhütten sind wirkliche schön und gut ausgebaut, d.h. neben fünf Betten unter dem Dach gibt es unten eine kleine Küche, ein Tisch mit sechs Stühlen, ein Sofa mit kleinem Tisch sowie ein kleines Bad mit WC und Dusche. Am frühen Nachmittag trafen am Platz noch Stefan Achenbach + Familie (8), Frank Schmitt mit Frau sowie Tanja Fuchs mit Fabian ein.

Eine kleine Gruppe aus Schwaben berichtete uns, dass Sie von sieben Tagen bis jetzt nur einen Tag zum Fliegen nutzen konnten. Die nächsten Tage versprechen zwar etwas Besserung, aber der Regen wird wohl nicht völlig verschwinden. Somit war die einzige Flugbewegung am Platz ein Storch, welcher sich über den Platz stolzierend den Bauch vollgeschlagen hatte, bevor er bei ca. 30 m Annährung die Flucht ergriff. Am Abend ging es mit den zwei Gruppen noch zum gemütlichen Pizza essen nach Bojnice, wo wir von unserem Platz aus einen tollen Blick auf das Schloss hatten. Im Laufe des Abends erreichte uns noch der nächste angekündigte Tiefausläufer und es fing ziemlich stark an zu regnen.



regenreiche erste Urlaustage


Montag...

Am Montag, den 25 Juli, sind Rudi und Jörg zum Frühstück in Prievidza eingetroffen und haben die LS 6 mitgebracht. Nach einer Stärkung am Frühstückstisch haben sich beide erst mal für ein paar Stunden aufs Ohr gelegt, um ihr Schlafdefizit wieder auszugleichen. Wir sind anschließend zum Eröffnungsbriefing gegangen, welches in Englisch gehalten wurde und wo wir die Besonderheiten am Platz und vor allem die naheliegenden Kontrollzonen vermittelt bekommen haben. Allerdings waren wir nicht über die Wettervorhersage begeistert, weil sich in den nächsten Tagen nichts an der Großwetterlage ändern wird und wir immer wieder mit Schauern zu tun haben werden.

Entsprechend war auch das Wetter am Nachmittag, mit 8/8 Cumulus am Himmel haben wir uns zum Neutralisieren entscheiden und sind nach Bojnice gelaufen, um ein prähistorisches Museum zu besichtigen www.muzeumpraveku.sk. Die Ausstellung befindet sich direkt unterhalb des Schlosshügels, wo man bei Ausgrabungen entsprechende Artefakte gefunden hat. Für die Besucher hat man in der Höhle ein entsprechendes Bühnenbild mit Neandertaler, Knochen und Mammutkopf hergerichtet. Anschließend haben wir noch das Schloss umrundet, wo wir im Schlossgraben ein paar Schildkröten im Wasser entdeckt haben, welchen das Wetter wohl besser gefällt. Während dessen fing es mal wieder an zu regnen und wir haben uns eilig in der Altstadt im StareKino Restaurant niedergelassen, um uns am späten Nachmittag zu stärken. Es war sehr gemütlich und wir haben bei ein paar Bierchen bis in die Nacht über das Fliegen diskutiert.

Dienstag...

Am Dienstag, den 26 Juli, war es am frühen Vormittag trocken und ein paar Wolkenlücken waren zu erkennen. Die Vorhersage versprach allerdings für Prievidza keine Besserung und für uns war der Tag gegen Mittag wieder neutralisiert. Der LSV Ederbergland nutzte das Wetter, um ein paar Einweisungsstarts auf der ASK 21 Mi zu machen. Die Thermik war allerdings sehr mäßig und nach fünf Starts hatte man ca. zwei Stunden auf dem Zähler.

Das Wetter war 40 km weiter im Süden etwas besser und in Nitra, wo gerade Europameisterschaften www.pribinacup.sk der World-,  Club, Standard und Doppelsitzerklasse stattfinden, wurde für die Doppelsitzer 126 km ausgeschrieben. Der schnellste schaffet die Strecke in 01:35:04 mit 79,8 km/h.

Von den Boho’s war keiner für eine Wanderung auf die umliegenden Berge zu begeistern, deshalb zog ich mal Alleine mit den Wanderstiefeln los. Der Plan war auf den naheliegenden Höhenzug zu wandern, um auf einen der höheren Hausberge zu steigen. Die Strecke ging vorbei am Zoo Bojnice und anschließend steil bergauf bis zum markierten Wanderweg. Nach 2,5 Stunden war ich auf dem 935 m hohen Boskovie Laz angekommen, wo es neben einer Sitzgelegenheit, einer lustigen Wurzelfigur auch ein Gipfelbuch gab. Nach einer kurzen Pause und Stärkung ging es wieder zurück und es war noch genügend Zeit um mal links und rechts des Weges die Flora und Fauna zu besichtigen. Am Abend haben wir im Flugplatz Restaurant Prievidza, zusammen mit den Allendorfern und Schwaben, noch was Leckeres gegessen. Die Attraktion des Abends war ein kleiner Hund, welcher sich auf die Hinterbeine stellte, um was vom Tisch abzubekommen.

Mittwoch...

Am Mittwoch, den 27 Juli, war die Vorhersage wieder nicht gut und wir haben den Tag neutralisiert und einen Ausflug zum Durchbruch der Waag unternommen. Die Bundesstraße nach Zilina war ganz schön buckelig und langsam, weil sich vor uns die Laster den Berg hinauf und wieder runter quälten. Die Waag hatte ganz schön viel Wasser, aber nach dem Regen der letzten Tage kein Wunder. Anschließend sind wir nach Martin gefahren und haben die kleine Altstadt besichtigt und uns in einem netten Cafe mit Kaffee und Kuchen gestärkt. Nach der Pause haben wir uns entschieden noch das Tal des Todes zu besichtigen, welches sich weiter im Osten in Richtung Poprad befindet. Dieses Tal hat den Namen deshalb bekommen, weil sobald man unterhalb der Hangkante gefallen ist, gibt es nur noch einen Ausweg nach Norden, um in sicheres und landbares Gelände zu kommen. Das Tal ist ganz schön eng, auch von unten, aber wir haben am unteren Ausgang doch landbare Wiesen entdeckt. Auf dem Rückweg nach Prievidza öffnete sich langsam der Himmel und erlaubte uns noch einen Blick auf den höchsten Berg der Fatra, welcher mit 1708 m der Velky Krivan ist. Im Tal von Martin gab es noch ein paar geflutete Wiesen zu besichtigen, was wohl für die nächsten Tage keine gute Thermik im  Norden bedeutet.

Als wir in Prievidza zurück waren, haben uns Karl-Heinz und Matthias Fuchs begrüßt, welche mit der Dynamic WT 9 von Bottenhorn nach Prievidza geflogen waren. Der Flug war bis Bruno in Tschechien kein Problem, aber danach musste wohl einigen Schauern ausgewiechen werden. Den Rest des Abends haben wir es uns im Park Restaurant gut gehen lassen, wo es leckeres Pfeffersteak, Tagliatelle und Palatschinken gab.



erste Starts bei anhaltenden regnerischen Wetter


Donnerstag...

Am Donnerstag, den 28 Juli, war die Wettervorhersage wieder nicht so toll, aber bei der aktuellen Wetterlage dürfen wir nicht mehr so wählerisch sein. Am Vormittag war es noch gut genug und wir haben XY aufgerüstet, aber während dem Aufrüsten konnten wir von Süden her schon eine Überentwicklung beobachten die das Tal herauf gekrochen kam. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass die Schauerwand sich kaum vorwärts bewegte und wir (Björn & Jan) nutzen die Gelegenheit für einen Start. Es ging erstaunlich gut und vor allem vor der Schauerwand bildete sich eine tragende Linie, welche wir zweimal hoch und runter geflogen sind. Das kleine Wetterfenster nutzte auch Stefan mit seinem Apis und er startete gerade noch rechtzeitig, bevor der erste Regen den Flugplatz erreichte. Die LS 6 wollte ohne Motor keiner Fliegen, weil das Absaufrisiko doch etwas erhöht war. Durch den vorwärts rückenden Regen zogen wir uns zum Riegel zurück, welches ein quer liegender Gebirgszug ist und das Tal von Prievidza und Martin trennt.

Die Schwaben flogen sogar nach Martin und weiter bis an die polnische Grenze, aber uns war das mit dem Regenschauer nicht ganz geheuer und wir blieben in Platznähe. Die weiter vorrückende Regenwand incl. Abschirmung entzog uns langsam die Energie und wir entschieden uns wenig später zum Platz zurück zu fliegen. Es war etwas ungewöhnlich die 10 km im Regen zum Platz zu fliegen, aber bei 10 km Sicht, 2 m/s Sinken und etwas erhöhter Fahrt war es kein Problem. Nach einer halben Stunde kam auch Stefan mit dem Apis zurück, welcher noch einen kleinen Abstecher in das Tal von Martin gemacht hatte. Der leichte Landregen hielt ca. fünf Stunden an bis er am späten Nachmittag nachließ und wir XY aufgebaut am Platz festzurrten.

Am Abend haben wir noch ein Restaurant in der Stadt am Marktplatz besucht, wo wir nur slowakische Speisekarten vorfanden und eine Bedienung ohne englisch Kenntnisse. Wir hatten so unsere Mühe bei der Bestellung des Essens und wir versuchten uns mit „Muh“, „Mäh“ und „Kikeriki“ zu behelfen. Nach fünf Minuten hat sich zum Glück ein anderer Gast erbarmt und hat ins Englische übersetzt. Das Essen selbst war sehr lecker.

Freitag... 

Am Freitag, den 29 Juli, haben wir erst mal ausgiebig gefrühstückt und anschließend die LS 6 aufgebaut. Während dem aufbauen konnten wir den Allendorfern zuschauen, wie Sie ihren ersten Start mit der ASK 21 Mi an diesem Tag durchführten. Dieser endete beim ersten Versuch einige Meter hinter der Halbbahnmarkierung und die 21 wurde wieder zum Startplatz zurück gebracht. In der Zwischenzeit waren wir auch fertig und zogen den Duo und die LS 6 zum Start. Der zweite Versuch der ASK 21 Mi wurde wieder nach der Halbbahnmarkierung abgebrochen, weil man durch den weichen Untergrund nicht schneller als 50 km/h beschleunigen konnte. Ab da wurden die ersten Witze bezüglich des dicken Duo’s gemacht, welcher bei diesem Untergrund und ohne Motorunterstützung wohl kaum eine Chance haben würde abzuheben.

Die Schwaben mit einer ASH 25 T hatten es da etwas einfacher, weil Sie zur Unterstützung den Turbo per Seilzug am Boden anwerfen konnten. Die ASH 25, Ventus und  LS 6 mit Rudi hatten beim Rausschleppen keine Probleme und konnten die Wetterlage zum Fliegen nutzen. Der F-Schlepp des dicken Duo’s war da schon eine Herausforderung und beim Anrollen wurde der Dicke sogar auf Anweisung des Schlepppiloten angeschoben, um überhaupt erst mal den Anfangswiderstand zu überwinden. Anschließend nahm der Schleppzug sehr langsam Fahrt auf und rollte, rollte, hüpfte, rollte, hüpfte, rollte, hüpfte, aber wie ein Albatros bei seinen ersten Startversuchen hob der Dicke einfach nicht ab und der Schlepppilot beendet das Rollen ca. 300 m vor Bahnende. Damit war dieser Tag für den Dicken neutralisiert, aber Jörg und Björn haben es mit Humor genommen als von allen Seiten die Bemerkungen bzgl. des Pilotengewichts gemacht wurden.

Anschließend haben Sie noch einen schönen Flug mit der Dynamic nach Norden bis zur Hohen Tatra und nach Süden bis Nitra gemacht. Am Abend war es noch schön warm und sonnig und am Flugplatz war ein wenig Party angesagt. Es gab einheimische Livemusik und noch ein tolles Essen dazu, d.h. in einem Kessel wurden Kartoffeln und Fleisch gegart.

Samstag... 

Am Samstag, den 30 Juli, war mal wieder die Farbe im  Toptherm für Prievidza grau, aber in Nitra sollten bei blauer Farbe im Toptherm heute mehr als 400 km möglich sein. Beim Wetter guck aus dem Fenster konnte man die Vorhersage nicht ganz glauben und wir (Björn & Jan) machten den Dicken startklar, um uns irgendwie nach Süden in das bessere Wetter durchzuschlagen. Während der Vorbereitung nahm die Bewölkung immer mehr zu, aber es gab bei 6/8 noch einige Lücken mit Sonnenstrahlen. Wegen der zunehmenden Bewölkung hatten Jörg und Rudi keine Lust die LS 6 aufzubauen.

Der Start mit dem Dicken verlief heute weitaus besser als gestern und wir hüpften uns in Höhe der Halbbahnmarkierung frei. Damit war die erste Hürde geschafft und in 450 Meter haben wir ausgeklinkt, um mit 1,5 m/s im ersten Bart des Tages an die Basis zu steigen. Die Schwaben mit der ASH 25 waren auch unterwegs und waren so nett und wollten auf uns warten, um gemeinsam nach Süden durchzubrechen. Allerdings kamen wir nicht weit und erkannten 20 km südlich vom Platz es ist kein Durchkommen nach Nitra ohne den Turbo einzusetzen. Darüber hinaus war auch kein gutes Wetter zu erkennen, sondern eher eine absinkende und geschlossene Wolkendecke. Also, wieder zurück und mal schauen was im Norden so geht und hier war 15 km nördlich beim Riegel ende. In der Zwischenzeit nahm die Bewölkung auf 8/8 zu, aber die Wolken zogen noch mit 0,4 m/s im Geradeausflug und hin und wieder kamen ein paar Sonnenstrahlen durch und da ging es mit 1,5 m/s nach oben.

Nach drei Stunden war der Wärmevorrat des Tages und damit die Thermik ausgelutscht und wir entscheiden uns zur Landung in Prievidza. Nach sieben Tagen haben wir insgesamt vier Starts (incl. Startabbruch) und 5 Stunden 45 Minuten auf unserem Konto. Die Einheimischen haben uns bzgl. des Wetter mitgeteilt, dass es solche Wetterlagen alle vier Jahre in Prievidza gibt, also für 2015 sollten wir Prievidza schon mal streichen und besser nach Spanien oder Marokko fahren, da regnet es bestimmt weniger, aber bei unserem Glück gibt es dann Sandstürme.



Startversuche um in die Luft zu kommen, dann aber doch auf Kulturelle Ausflüge begeben


Sonntag...

Am Sonntag, den 31 Juli, fing es in der Nacht wieder mal zu regnen an und nach der Vorhersage sollte es die nächsten zwei Tage wieder mal schlechtes Wetter geben. Damit war für Jörg und Rudi das Fass übergelaufen und die Beiden haben ihre sieben Sachen gepackt und sind nach Hause gefahren. Für Karl-Heinz und Matthias war heute eigentlich der Rückflug geplant, aber das schlechte Wetter sah nicht gut aus. Die beiden entschieden sich das Wetter zu beobachten und eine mögliche Lücke zu nutzen. Nun, das Wetter kann man nicht ändern und damit muss man sich immer arrangieren.

Wir, d.h. Stefan + Familie, Björn und Jan haben diesen verregneten Tag genutzt, um ein Naturdenkmal an der Nordseite der Niederen Tatra anzuschauen. Dabei ging es tief unter die Erde in eine Tropfsteinhöhle mit dem Namen „Demänovská jaskyňa slobody“ www.ssj.sk/jaskyne/spristupnene/demanovska-slobody/.  Das nationale Naturdenkmal „Demänovské jaskyne slobody“ befinder sich an der Nordseite der Niederen Tatra und ist das längst Höhlensystem der Slowakei. Die Besucher werden durch vielfältige Sintergebilde in verschiedensten Farben, den geheimnisvollen unterirdischen Strom des Flusses Demänovka und wunderschöne Seen bezaubert. Sie ist die am meisten besuchte Schauhöhle der Slowakei und es war ein wirklich tolles unterirdisches Erlebnis. 

Als wir nach unserem Ausflug zurück waren, da haben wir die D-MDYA noch auf dem Vorfeld stehen sehen. Es gab wohl keine Lücke und Karl-Heinz und Matthias mussten noch eine Tag länger in Prievidza bleiben. Am Abend sind wir alle zum Pizza essen nach Bojnice gefahren.

Montag...

Am Montag, den 1 August, hörte es am Morgen auf zu regnen. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben Karl-Heinz und Matthias das Wetter gecheckt und die GAFOR Vorhersage für das Fichtelgebirge und Tschechien war noch nicht gut. Für beide bedeutet es mal wieder zu warten, das Wetter im Auge behalten und bei offensichtlicher Besserung startklar zu sein.

Die restliche Truppe nahm an einer deutschen Führung im Schloss Bojnice teil, welche sehr interessant war. Die Stadt Bojnice wurde 1133 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und war in den Anfängen eher eine slawische Holzburg welche später zur Burg und im 19ten Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut wurde. Der Grund für den Umbau war eine mögliche Hochzeit mit einer Prinzessin, der Vater der Prinzessin fand die Burg nicht standesgemäß genug und da baute der Graf die Burg zu einem Schloss um. Allerdings dauerte der Umbau 22 Jahre und nach fünf Jahren verheiratete der Vater der Prinzessin die Tochter mit einem anderen. Der Graf blieb kinderlos und die Erben haben nach seinem Tod das Vermögen verhökert, obwohl dieser den Wunsch hatte, dass das Schloss und sein Besitz für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden soll. Dieser wurde ihm viel später gegönnt, als man 1950 die Burg für Besucher öffnete. Das Schloss steht auch auf einer unterirdischen Kaverne, welche wir besichtigt haben. Es gibt zwei kleine Seen, in welchen man bei Ausgrabungen ein paar Artefakte der Neandertaler gefunden hat, welche auf 135.000 Jahre geschätzt worden sind. So, genug vom Schloss…

Am Nachmittag hatte sich das Wetter noch mal deutlich verbessert und wir haben aufgebaut. Die ASK 21 Mi wurde mit Hilfe der Dynamic WT 9 und laufendem Motor rausgeschleppt. Wegen dem weichen Untergrund hatten wir schon unser Zweifel, aber wir versuchten es trotzdem. Beim Start wurden wir angeschoben und wir rollten, rollten, rollten, hüpften einmal, rollten und die Nachfrage des Piloten „XY ready“ hörten wir erst beim zweiten Mal, aber bei 70 km/h waren wir nicht ready. Die Antwort blieben wir schuldig, weil der Pilot kappte das Seil, als wir fast zeitgleich ausgeklinkt haben. Er hob ohne Probleme ab und wir lagen 150 m vor Bahnende und wartenden auf die Rückholer. Das Schleppseil war in 20 Minuten wieder fertig und startklar eingebaut. Allerdings sollten wir in Zukunft ganz klar festlegen und auch mit dem Piloten abklären, wann wir ausklinken und nicht alles bis auf die letzten Meter ausreizen. Besser ist das…



Nach einer Woche Regen endlich Wetter zum Segelfliegen


Dienstag...

Am Dienstag, den 2 August, war endlich das ersehnte gute Wetterfenster in Prievidza angekommen. Die Piste war seit gestern auch ordentlich abgetrocknet und es sollte kein Problem sein mit dem Dicken in die Luft zu kommen.

Gegen 11 Uhr waren wir startklar und mit etwas Anschubhilfe ging es endlich in die Luft. Nachdem wir uns am Platz unter die Basis gekurbelt haben ging es erst mal in Richtung Kleine Fatra, weil sich dort entlang den Hängen die erste Wolkenstraße gebildete hatte. Auf dem Weg nach Norden hatten wir einige Probleme mit dem LX und mussten es mehrmals abschalten, aber zum Glück hatten wir noch ein PDA mit zur Aufzeichnung. Wir sind bis zum 1475 m hohen Vel‘ Luka vorgeflogen, welcher mit seiner Spitze noch fast in den Wolken steckte. Von da ging es wieder 40 km zurück, d.h. zuerst zum Riegel und weiter entlang der östlichen Hänge von Prievidza. Der Gebirgszug mit dem 1345 m hohen Vtacnik ist nicht wesentlich niedriger und der Plan war entlang dem Höhenzug die aufsteigenden Bärte nach Süden abzufliegen.

In Summe ging es mehr nach unten und wir flogen tief die Hänge ab, bis wir später in der 170 m hohen Donauebene kurz vor Levice rauskamen. Dort waren wir mit 280 m über Grund nicht gerade hoch und wir haben uns erst mal in einem 0,5 m/s Bart festgebissen, aber mit etwas Geduld ging es doch wieder nach oben. Wir mussten nur etwas aufpassen, um nicht vom Wind in das Sperrgebiet eines Atomkraftwerks getrieben zu werden, wo die Kühltürme vermutlich eine gute Thermik produzierten. Nach dem wir uns aus dem Loch wieder herausgearbeitet hatten war der Plan wieder zurück nach Norden zu fliegen und wir hörten von Stefan in der A1, dass er sich entlang der Großen Fatra, über den Fluss Waag bis zum 1708 m hohen Velky Krivan vorgearbeitet hat. Die 110 km waren in ca. 100 Minuten geschafft und auch wir konnten einen Blick auf den Krivan werfen und weiter in Richtung Hohe Tatra, aber das Wetter sah dort nicht so einladend aus.

In der Zwischenzeit war die Basis auf 1750 m angestiegen und die Thermik war noch besser geworden, also wieder zurück nach Süden. Auf dem Rückflug begegneten wir der ASK 21 Mi, welche am Riegel kreiste. Der Ausblick nach Süden war immer noch gut und wir flogen von Prievidza noch mal 60 km nach Nitra. Dort angekommen war die Thermik schon schwächer und die Wolken lösten sich langsam alle auf. Der Rückflug wurde noch mal spannend, weil die letzten Höhenmeter haben wir unter keinen Flusen mit 0,8 m/s steigen gemacht. Nach fast sieben Stunden hatten wir 449 km auf unserem Zähler und einen schönen und spannenden Flug hinter uns.

Mittwoch...

Am Mittwoch, den 3 August, gab es wieder sehr gutes Wetter und auch das Tor zu Hohen Tatra war geöffnet. Darauf haben alle gewartet und sogar die Einheimischen haben sich über das gute Wetter gefreut und einen Flieger nach dem anderen zum Startplatz geschoben. Für die Boho und Aldo Flieger war das Tagesziel ganz klar einen Flug in die Hohe Tatra.

Das Trio mit Stefan auf Apis, Tanja und Björn auf Duo Discus T, und Simon und Frank auf ASK 21 Mi machten sich gegen 11 Uhr auf den Weg. Der Flugweg führte zuerst entlang der Kleinen Fatra vorbei am 1475 m hohen Vel‘ Luka, ein Sprung über die Waag, vorbei am 1708 m hohen Velky Krivan und weiter bis zum Oravska See. Von da ging es nach rechts in die Hohe Tatra, welche als kleinstes Hochgebirge der Welt ein ganz besonderes Erlebnis ist. Der Rückflug führte vorbei am Liptovsky See, der Stadt Ruzomberok und von da direkt über die Große Fatra zurück nach Prievidza. Nach vier Stunden war der Dicke gegen 15 Uhr wieder am Platz. Das Wetter sah immer noch gut aus und Björn und Jan machten den Dicken wieder startklar. Das Ziel war es noch mal in Richtung Hohe Tatra zu fliegen, um diesen guten Tag auszunutzen. Die Aussicht auf die baumlosen grünen Hügel der Hohen Fatra mit seinen Wanderwegen war wunderschön, aber anschließend sind wir nur noch bis zum Flugplatz Ruzomberok kurz vor dem Liptovsky See geflogen. Auf dem Rückflug haben wir vor dem Riegel eine 25 km lange Wolkenstraße entdeckt, welche man mit 180 bis 200 km/h ohne großes Sinken abfliegen konnte. Diese sind wir dann auch viermal hoch und runter geritten, um anschließend zurück nach Prievidza zu fliegen.

Nach der Landung konnten wir einen Flug der WT 9 Dynamic LS beobachten, welche über dem Platz einige Manöver geflogen hat und dabei gar nicht schlecht ausgesehen hat. Das neue LSA (Light Sport Aircraft, D-E… Klasse) hat anstelle eines drei einen zwei Blattpropeller und der Sound beim Überflug hört doch anders an, als bei der normalen WT 9. Ein etwas höherer Pfeifton begleitet den Überflug, aber vermutlich liegt das an der höheren Drehzahl mit den zwei Blattpropellern. Der erlebnisreiche Tag wurde am Abend mit Grillen bei angenehmen Temperaturen beendet.

Donnerstag...

Am Donnerstag, den 4 August, waren am Morgen hohe Stratoscumulusfelder am Himmel welche sich nur langsam auflösten. Die Thermik hatte sich allerdings bis zum Mittag soweit entwickelt, dass sich ein Start lohnte. Also haben wir den Dicken startklar gemacht und losgelegt. Leider haben wir mal wieder zu früh ausgeklinkt und mühten uns am Anfang in einem 0,5 m/s Bart rum, bis wir die Höhe hatten und zum Riegel vorzufliegen. Dort angekommen stellten wir fest, dass es direkt am Hang eine tragende Linie gab, welche zwar nicht über den 1345 m hohen Vtacnik hinaus reichte, aber zum Konturenflug direkt über den Bäumen und Felskanten ausreichte. Dieser sehr nahe Flug am Hang ist schon gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr spannend. Nach der zweiten Runde gab es die erste lokale Überentwicklung und wir suchten unser Glück unter einer kleinen Straße nach  Partizanske.

Während dem Abstecher haben wir noch eine Gruppe von ca. 10 Störchen beim Kurbeln beobachten können, für eine Filmaufnahme waren wir zu niedrig, aber für ein Foto hat es gereicht. Als wir wieder zurück kamen war die erste Überentwicklung nach Osten abgezogen, aber im Westen war die nächste zu sehen, welche eine sehr breite Schauerwand vor sich her walzte. Um nicht im Regen zu landen und abzurüsten sind wir nach 177 hart erkämpften Kilometern und 3 Stunden und 55 Minuten gelandet.


Freitag... 

Am Freitag, den 5 August, war die Vorhersage von TOPTHERM für die Region um Prievidza gar nicht so schlecht, aber wie immer keine Vorteile ohne Nachteile. Schon am Vormittag konnte man zusehen wie die Cumuluswolken immer größer, größer und größer wurden, aber zum Fliegen war es allemal gut. Gegen 11 Uhr waren wir startklar und der F-Schlepp war nach dem kleinen Schauer von gestern kein Problem. Im Talkessel von Prievidza hatten wir eine sehr schwache Thermik und eine sehr niedrige Basis (700 m), deshalb haben wir mal den Turbo gestartet, um nicht gleich wieder zu landen. An den Hängen ging es etwas besser, aber auch nicht wirklich toll. Den Riegel haben wir in niedrigster Gangart überwunden und im Tal von Martin gab es den erhofften ersten guten Bart. Allerdings braute sich im Westen der erste Cumulus Nimbus zusammen und beim Vorfliegen nach Martin fing es schon an zu regen. Also zurück und in die Große Fatra, welche zu diesem Zeitpunkt deutlich besser aussah. Dort konnten wir einen schönen Blick auf den Narodny Park und die baumlosen Hügel des 1574 m hohen Krizna und 1592 m hohen Ostredok werfen. Auf dem Krizna war eine Gruppe von Wandere zu sehen, welche fleißig am Winken waren. Wir haben beim Überflug ein paar mal mit den Flächen gewackelt und die tolle Aussicht, nur auf die Hügel, ein Stockwerk höher genossen.

Die Sicht nach vorne war nicht so gut und wir hatten wegen dem nach nordosten ziehenden Gewitter, der stark abfallenden Basis und der fehlenden Wettereinschätzung nach Osten unsere Zweifel weiter in die Nieder Tatra zu fliegen. Deshalb sind wir mit 1750 m Basis vom Krizna nach südwesten abgeflogen, um mal das Wetter in Richtung Nitra zu testen. Die Wolken sahen von hinten alle super aus, aber als man irgendwann unter der Wolke ankam gab es keine deutliche Basis und Thermik war auch keine zu finden. Bei Partizankse hatten wir uns deshalb so richtig eingegraben und mühten uns fast eine Stunde ab, um wieder nach oben und zurück nach TurcianskenTeplice fliegen zu können, wo Stefan auf A1 sich aus 1600 MSL gemeldet hatte. Insgesamt war es wieder ein interessanter Tag und das Stundenkonto von „XY der Dicke“ ist inzwischen auf 28 Stunden angewachsen.

Samstag...

Am Samstag, den 6 August, begann der Tag mit einer ziemlich starken Cirren- und Altostratusabschirmung. Die Thermik entwickelte sich nur mäßig, aber trotz der Abschirmung sind die Einheimischen fleißig gestartet. Wir haben uns das Kurbeln in der schwachen Thermik erst mal von unten im Liegestuhl angeschaut, aber es kam keiner zurück, also muss es ja irgendwie funktionieren. Gegen 13 Uhr sah es wieder etwas besser aus und von Südwesten waren schon ein paar Sonnenlücken zu erkennen. Wir machten uns startklar und begannen erst mal in einem 0,4 m/s Bart unsere Position zu halten. Nach 30 Minuten kam etwas mehr Schwung in den Bart und es ging mit 0,8 m/s nach oben. Nach einer Stunde waren endlich alle Cirren am Himmel vertrieben und die Thermik und die Basis legten einen Gang zu. Ermutigt von der Verbesserung flogen wir in Richtung Gemüse und am 1141 m hohen Magura waren wir zuerst unter Hangkante, aber mit ein paar Achterschleifen ging es im Fahrstuhl nach oben und über der Hangkante konnten wir 2,5 m/s zentrieren und auf 1500 MSL steigen. In diesem Gebiet waren wir noch gar nicht geflogen, aber nach dem wir 25 km vorgeflogen waren konnten wir einen Blick in das Tal von Trencin werfen. Dieser Flug war wieder sehr interessant, vor allem das festbeißen in der anfänglich schwachen Thermik. Die Aussichten für die nächsten Tage sind in Prievidza nicht mehr so gut und die steigende Gewitterneigung war am Abend schon zu sehen, als sich im Westen große Gewitterwolken auftürmten und die anrollende Front ankündigte. Deshalb haben wir uns entschieden, wie Stefan + Familie auch, nach 14 Tagen die Heimreise anzutreten.


Fazit: Wenn das Wetter das Fliegen zulässt, dann macht das Fliegen in der Slowakei sehr viel Spaß. Die Aussichten auf die Fatra oder Tatra sind wunderschön und trotz des teilweise alpinen Charakters hat man fast immer die Sicherheit in die großen Täler abzugleiten und sich einen Acker zum Außenlanden zu suchen. Die Infrastruktur am Platz ist super und die Kosten sind überschaubar, d.h. die Holzhütte für 5-6 Personen gibt es komplett für 60 Euro am Tag, in der Flugplatzkneipe gibt es lecker Essen (z.B. großes Schnitzel mit Pommes und Salat 4,50) und Trinken (0,5 Liter Bier 1 Euro) und in Bojnice gibt es weitere schöne Restaurants, Schwimmbad, Thermalbad, Schloss, Zoo …

Wir finden der Fliegerurlaub in Prievidza hat sich wieder gelohnt und wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal dort. 

ENDE

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